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Weihnachts-Wahrheiten: Das Datum

Weihnachts-Wahrheiten: Das Datum

Warum ist die Wintersonnenwende am 21.12. und warum ist Weihnachten am 24.12.? Und was hat es eigentlich mit Santa Lucia am 13.12. auf sich? Die kurze Antwort lautet: es ist alles der gleiche Tag nur in einer anderen Zeit.

Die Natur hat ihren eigenen Kalender

 Die Wintersonnenwende als solche ist ein Naturereignis, welches sich nicht nach unserem Kalender richtet. Sondern: unser aktueller Kalender richtet sich nach der Sonne und deren Lauf. Der gregorianische Kalender hat sich an den Tagundnachtgleichen orientiert. Und die Wintersonnenwende ist der kürzeste Tag und damit auch die längste Nacht. Früher konnten die Menschen über die Beobachtung der Sterne und der Natur ihre Zeit bestimmen, je mehr wir uns davon entfernten, desto wichtiger wurden alternative Optionen. Und so entstanden Kalender, die den Menschen halfen Dinge zu systematisieren und eine für alle gültige Zeiterfassung zu erschaffen. Denn durch den Kalender können wir uns sicher sein, dass wir wirklich den gleichen Zeitpunkt am selben Tag meinen, wenn wir uns verabreden.

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Drei an einem Tag – die Zeitrechnung ignoriert

Was jedoch seit Entstehen des ersten Kalenders passierte, dass es eben mehrere Kalender gab. In Europa entschieden wir uns mit dem Christentum für einen solaren Kalender. Der islamische Kalender beispielsweise orientiert sich immer noch am Mond, weswegen Ramadan eben nicht jedes Jahr am gleichen Datum stattfindet. St. Lucia, welches noch heute vorwiegend in den nordischen Gefilden gefeiert wird, findet am 13.12. statt. Zu der Zeit, als diese Feierlichkeit der christlichen Heiligen Santa Lucia gewidmet wurde, war dies das Datum an der die Wintersonnenwende stattfand. Doch dieser Kalender änderte sich und die Kirche hielt an dem Datum fest und nicht an dem Ereignis, das es bedingt. Ebenso erging es Weihnachten, das im julianischen Kalender, in dem die Wintersonnenwende am 24.12. passierte, implementiert wurde. Auch dies waren christliche Feierlichkeiten, die zur Zeit der Wintersonnenwende stattfanden.  Mit der Einführung des gregorianischen Kalender – den wir auch heute noch nutzen – wurde das Datum der Wintersonnenwende auf den 21.12. verschoben, doch die Kirche beließ das Fest.

Somit gibt es also heute 3 Feierlichkeiten, die eigentlich im Kern alle das Gleiche meinen und einfach nur deswegen an verschiedenen Tagen stattfinden, weil sich unsere Zeitrechnung verändert hat.


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Weihnachts-Wahrheiten: Frau Holle

Die Wintersonnenwende war die Zeit von Frau Holle. Nicht Frau Holle nur als die alte Dame, die oben im Himmel steht und die Kissen ausschüttelt damit es schneit, sondern Frau Holle als die große Göttin die den Zeitenlauf spinnt.

Frau Holle und unser Ur-Rhythmus

Die Spinne, wie wir sie beim letzten Mal über Lametta kennengelernt haben, ist die Spinnerin. Das sind die Nornen, das ist die Qualität der großen Göttin wie es sie überall in der Welt gibt. Die unser Schicksal spinnt, die den Gang der Dinge spinnt und die dafür sorgt, dass diese ewig währenden Rhythmen immer wieder existieren. Was uns davon geblieben ist, ist Frau Holle.

Übrigens gibt es sehr viel mehr Märchen als nur das von Goldmarie und Pechmarie, und sehr viel mehr Mythologien rund um Frau Holle. Vor allem im süddeutschen Alpenländischen Raum existieren noch ganz viele Orte, die ihr wirklich gewidmet sind. Im Rest von vom deutschsprachigen Europa auch, doch die Mystik hat sich in den Alpenländern viel länger gehalten und die Menschen sind viel länger mit Frau Holle verbunden geblieben. 

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Frau Holle ist die Repräsentantin der großen Göttin und damit ist sie auch diejenige, die uns in ihr Reich holt, wenn wir sterben und die uns wieder zurück ins Leben schickt. Das heißt, sie gebiert uns wieder, wenn wir erneut ins Leben gehen oder  zum ersten Mal ins Leben gehen. Und da erkennt man schon die Mythologie, die auch in der Wintersonne vorhanden ist, dem Ursprung von Weihnachten. 

Frau Holle, die wahre Herrscherin der Weihnacht

Es geht immer um den ewigen Kreislauf von Leben und Sterben – von hinübergehen und wiedergeboren werden. Es geht darum zu erkennen, dass all das was hier passiert nicht linear und endlich ist.  Wenn wir es mit den alten Mythen betrachten, mit denen die Menschen seit Urzeiten die Welt betrachtet haben, dann ist es ein Zyklus in dem wir uns befinden und die Wintersonnenwende markiert genau diesen Übergang: Von hinüber gegangen sein und wieder empfangen – um im Frühjahr neu geboren zu werden. Deswegen ist Frau Holle die wahre Herrscherin der Weihnacht, da sie nach der Wintersonnenwende die geweihten Nächte einleitet.

Und was wäre also, wenn wir in Zukunft wirklich ganz bewusst Kekse und Milch für Frau Holle, die große Göttin rausstellen, statt für den Weihnachtsmann? Wie würden sich unsere Wünsche dann verändern?

Du möchtest tiefer in die Mythologie und Energie von Frau Holle eintauchen? In dieser 2stündigen Experience tauchen wir ein in die Welt von Frau Holle und es gibt auch eine schamanische Reise.


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Weihnachts-Wahrheiten: Die Weihnachtsgans

Es gibt die Tradition, dass Menschen an einem der Weihnachtstage eine Gans essen. Warum wir das tun, das ist eine gute Frage, denn der Ursprung dahinter ist ein ganz anderer als man wahrscheinlich vermuten würde.

Gans – der Vogel der Anderswelt

Die Weihnachtsgans als solche ist eigentlich keine Weihnachtsgans, sondern man könnte es sich denken eine »Wintersonnenwende-Gans« und die Gans war der Vogel der Göttin, der Vogel von Frau Holle. Schauen wir in die alten Märchen, dann finden wir ganz oft auch Gänse als die Vögel, die zwischen den Welten wandeln, die sozusagen selber auch die Form verändern. Es gibt Menschen, die in Gänse verwandelt werden und nach einer bestimmten Zeit wieder sich zurückverwandeln – die Gans war also ein ganz wichtiger Vogel. Als die Menschen sesshaft wurden, lebte die Gans mit den Menschen. Die Gans wurde nun also geschlachtet, und dies nicht nur um sich den Bauch vollzuschlagen, sondern in Hingabe an die Göttinnen. Damals war es noch Brauch, diese Gaben zu reichen, und man hat auch das Blut der Gans genommen und damit das Land gesegnet. Auch Dinge wurden zur Ehrung an die Göttinnen gesegnet. Da die Menschen einfach damals nichts haben verkommen lassen, wurde die Gans natürlich auch dann danach gegessen.

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Beifuß als symbolische Zugabe

Interessant war, dass die Füllung der Weihnachtsgans oftmals Beifuß gewürzt wurde und wer sich ein bisschen mit Räuchern auskennt, der hört jetzt schon was kommen kann. Beifuß ist ebenfalls eine der Pflanzen, die Frau Holle zugeordnet werden. Beifuß wurde zum Beispiel auf

den Schoß oder an die Füße von sterbenden, beziehungsweise verstorbenen, hinübergegangenen Menschen gelegt wurde, wenn die Seele weg war und  nur nach der Körper anwesend. Um der Seele zu helfen, diesen Übergang zu machen:  Es ist eine Pflanze mit Kontakt in die Anderswelt. Beifuß klärt und reinigt, wenn wir ihn räuchern  und er ist ein ganz sanftes Gewürz. Das Kraut wurde eher als  symbolische

Beigabe der Weihnachtsgans um wirklich auch die Pflanze der Göttin hineinzugeben. Und so ist Frau Holle im Kern dafür verantwortlich, dass die Menschen noch heute zu Weihnachten Gans essen.


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Weihnachts-Wahrheiten: Die Spindel

Gestern ging es um das Lametta und die Weihnachtsspinne, heute geht es um die Spindel als solche und die Mythologie die dahinter steht. Denn wenn wir Richtung Weihnachten und Winter gehen, darf eine natürlich nicht fehlen und das ist die gute Frau Holle, die ihre Kissen ausschüttelt und den Schnee auf die Erde bringt. 

Den Weltenlauf spinnen

Frau Holle steht für den ganzen Rhythmus unseres Lebens, der Planeten und der Natur. Sie ist im Kern die große Göttin, sie ist Mutter Erde die diesen ganzen Rhythmus bestimmt. Sichtbar wird die Spindel, wenn wir an das Märchen von Frau Holle denken, in dem es um Goldmarie und Pechmarie geht. Und das ist nur eines von ganz vielen Frau-Holle-Märchen, die es gibt. Und eines, das wir bestimmt kennen, ist »Goldmarie und Pechmarie«. Goldmarie springt darin der Spindel hinterher in den Brunnen – in die Anderswelt. Sie verhält sich dort gut und wird danach mit Gold belohnt. Auf diese Mythologie gehen wir noch nicht ein, sondern der Kern ist, dass es Frau Holle ist, die sie in der Anderswelt begrüßt und dann wieder zurück in die Welt bringt. 

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Sie spinnt das Weltennetz, sie spinnt den Schicksalsfaden, sie ist diejenige, in deren Schoß die Seelen zurückkehren und aus deren Schoß sie geboren werden. Diese Mythologie gab es auch ganz lang bei den Kelten. Sie waren gefürchtete Krieger, denn sie hatten keine Angst zu sterben.  Sie wussten am Ende des Tages: Das schlimmste, was ihnen passieren kann, dass sie in den Schoß der großen Mutter zurückkehren und aus dem wiedergeboren werden. Was an dieser Mythologie so interessant ist, beziehungsweise so Seelen öffnend für mich ist die Erkenntnis, dass es keinen Anfang und kein Ende gibt, sondern dass wir immer uns im Übergang befinden.

Atempause vorm Neuanfang

Das passt zu dieser Mythologie, in der wir uns im Winter befinden – die Atempause und der Übergang. Vor Weihnachten ist die Übergangszeit und mit den Rauhnächten nach der Wintersonnenwende gehen wir in den leichten Anfang in das Neue. Wir lauschen, wir befinden uns im Übergang und wir verbinden uns mit Frau Holle zum einen für den Segen derjenigen, die sie schon in ihren Schoß genommen hat. Deswegen ist es auch die Zeit, in der wir uns gut mit unseren Ahnen verbinden können, da der Weltenvorhang dünner ist und zum anderen bitten wir sie aus ihrem Schoß, aus ihrem Füllhorn uns entweder die Kinder zu schicken (jetzt sind wir wieder beim Mistelzweig). Uns die Fruchtbarkeit zu geben, und zwar Fruchtbarkeit nicht nur für uns, sondern auch für die Äcker, die früher bestellt wurden oder vielleicht die Projekte die wir jetzt im modernen Leben vorhaben.

So webt Frau Holle, so spinnt Frau Holle unser aller Schicksal, unser aller Leben. Das immer war, immer da war, schon seit Urzeiten. Und die Spindel ist das Symbol, dass wir in eine andere Welt gehen, in einen Übergang gehen und dass sich etwas verändert. So wie auch bei der Weihnachtsspinne, die durch ihr Spinnen die Zeit verändert. Von der Dunkelheit ins Licht, vor der Wintersonnenwende, nach der Wintersonnenwende.

Du möchtest tiefer in die Mythologie und Energie von Frau Holle eintauchen? In dieser 2stündigen Experience tauchen wir ein in die Welt von Frau Holle und es gibt auch eine schamanische Reise.


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Weihnachts-Wahrheiten: Lametta

Willkommen zu Teil 10 der Mini-Serie: Weihnachts-Wahrheiten. Es geht um Wahrheiten über und Weisheiten zu Weihnachten und die Geschichten, die damit zu tun haben. Was wäre Weihnachten ohne Lametta?

Für meinen Vater war Lametta immer ein essenzieller Bestandteil des Weihnachtsbaumschmucks, das Glimmen der goldenen Fäden hat ihn immer wieder aufs Neue gepackt. Doch woher kommt eigentlich der Brauch Lametta an den Baum zu hängen?

Ob man es glaubt oder nicht, auch für Lametta gibt es eine Geschichte. Und nachdem ich die erfahren habe, sehe ich Lametta mit anderen Augen. Denn Lametta hängt zusammen mit der Weihnachtsspinne.

Früher war mehr Lametta

Es gibt eine Geschichte, die man sich noch heute in Polen, der Ukraine und anderen östlichen Ländern erzählt. Es ist die Geschichte einer armen, aber durchaus fleißigen Witwe, die einst mit ihren zwei Kindern in einer kleinen Hütte lebte. An einem warmen Sommertag fiel auf einmal ein Tannenzapfen auf den Erdboden der Hütte und begann zu wurzeln. Die Kinder trauten ihren Augen nicht und begannen voller Liebe und Hingabe den Baum zu pflegen. Es wäre das Größte, wenn sie zu Weihnachten einen Weihnachtsbaum haben könnten! Etwas, was die Witwe sie nicht hätte leisten können. Und so wuchs der Baum und die Kinder gaben ihm all ihre Liebe. Und als der Heiligabend kam (ursprünglich mal die Wintersonnenwende), da war der Baum ganz wunderbar gewachsen. Doch die Kinder waren traurig, denn sie hatten nichts, womit sie ihn schmücken konnten. Und so gingen sie traurig ins Bett und schliefen ein…. doch als sie früh am nächsten Morgen aufwachten trauten sie ihren Augen nicht. Der ganze Baum war eingehüllt von Spinnenweben. Es war magisch. Doch was dann passierte übertraf alles was sie kannten. Als sie die Fenster öffneten und die ersten Sonnenstrahlen die Spinnenweben trafen, verwandelten diese sich in Gold und Silber. Die Witwe und ihre Kinder waren überglücklich. Von da an lebten sie nie mehr in Armut.

Noch heute finden sich in Weihnachtsbäumen in Polen oder der Ukraine Weihnachtsspinnen in den Bäumen. Das Interessante dabei ist, wenn man sich die Spinne als Symbolanschaut, so steht sie für das urmütterliche, das urweibliche. Das Schicksal wurde von den drei Nornen gesponnen, die Spindel lässt Dornröschens Finger bluten und läutet damit die Menstruation ein, Goldmarie folgt ihrer Spindel in den Brunnen zu Frau Holle, der Großen Göttin. Und darum geht es ja auch in der Zeit nach der Wintersonnenwende – das Schicksal, welches uns im kommenden Jahr gewoben wird. Wir schauen ein wenig in die Zukunft und versuchen zu erahnen, was passieren wird.

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Lametta und die Göttin

Die Spinne webt das Netz des Lebens. In vielen Kulturen steht sie ursprünglich für die Muttergöttin – ob es die drei Nornen unter dem Weltenbaum sind oder SpiderWoman bei den Navajo. Und so spinnt Frau Holle auch das Schicksal von Goldmarie und Pechmarie, und sie spinnt unser alle Schicksal. Denn sie entscheidet über den Gang der Zeit, wenn sie die Kissen schüttelt, dann schneit es und sie breitet ihre Decke über die Welt und alles muss ruhen. Wenn es an der Zeit ist, holt sie uns zurück in ihren Schoß, wenn es an der Zeit ist werden wir durch ihren Schoß wieder geboren. Und so erinnert uns das Lametta am Baum an die Große Göttin und daran, dass der Lauf der Zeit nicht von uns gesponnen wird, auch wenn wir es uns manchmal wünschen oder der patriarchale Größenwahn uns glauben lässt wird könnten es bestimmen.

Seitdem ich diese Geschichte kenne bin ich sehr viel versöhnlicher mit Lametta. Und vielleicht gibt es ja dieses Jahr auch eine Weihnachtsspinne.


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Weihnachts-Wahrheiten: Die Farben rot und weiss

Willkommen zu Teil 9 der Mini-Serie: Weihnachts-Wahrheiten. Es geht um Wahrheiten über und Weisheiten zu Weihnachten und die Geschichten, die damit zu tun haben.  Warum ist der Weihnachtsmann eigentlich rot und weiß gekleidet?

Im letzten Beitrag ging es um Saule, die „Großmutter“ des Weihnachtsmannes, die mit ihren Rentieren durch den Himmel flitzt. Genauso übrigens, wie Freya in der Zeit nach der Wintersonnenwende mit Odin und ihrem Wagen, gezogen von 7 Katzen durch den Himmel jagt. Dort finden wir also Mythologien, die sich ergänzen und es ist interessant, dass es immer wieder ähnliche Geschichte für den Weihnachtsmann mit seinem rot-weißen Outfit gibt.

Was der Fliegenpilz mit Weihnachten zu tun hat

Und so gibt es auch die Geschichte, dass der Weihnachtsmann seine Farbe durch den Fliegenpilz bekommen hat. Der hat auf den ersten Blick nichts mit Weihnachten zu tun, wohl aber mit der Wintersonnenwende. Denn früher war dies nicht nur die längste Nacht des Jahres, es war auch die stillste. Wobei Stille nicht Großstadt-Stille bedeutet, sondern Stille in der weiten Schneelandschaft. In dieser Nacht haben die Schamanen hingesetzt und sind auf Reisen gegangen. Noch heute gibt es in Russland Schamanen, die dieser alten Tradition folgen.

Dazu sammelte man den Fliegenpilz und trocknete ihn oder legte ihn in ein Wasserglas. So extrahierte man seine halluzigenen Stoffe, die dem Schamanen halfen, die Reise in die andere Welt anzutreten. Denn: der Fliegenpilz ist nicht tödlich – in Ländern wie Japan ist er eine Spezialität. Die Legende des tödlichen Fliegenpilz wurde erfunden, um die Menschen davon anzuhalten, weiterhin auf Reisen zu gehen und ihren alten Bräuchen zu folgen.

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Zu Wintersonnenwende setzte sich der Schamane nun hin und trank den Trunk des Pilzes. Und dann verschwand sein Geist durch das Rauchloch in die andere Welt. Denn nicht nur ein Haus hat ein „Rauchloch“ mit dem Schornstein, die meisten nomadischen Zelte haben in der Mitte ein Rauchloch. So begab der Schamane sich auf die Reise und warf einen Blick in das neue Jahr, vernahm die Botschaft der Anderswelt und wie seine Seele durch das Rauchloch zurückkehrte, brachte er quasi die Gaben mit, die er später in seinen Erzählungen verteilte.

Damit waren die Gaben eben wichtige Botschaften. Aus denen wurden dann im Rahmen der Industrialisierung Playstation, Bücher und Gutscheine. Anstatt der Botschaft zu lauschen, sind wir materialistisch und konsumorientiert. Früher war das größte Geschenk eine Weisheit, die mich durch das Jahr trägt. Oder wie bei Saulè ein Stück Bernstein als Symbol für die zurückkehrende Sonne. Und vielleicht ist uns das auch eine Inspiration, dieses Jahr mal ein bisschen anders zu schenken.  


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