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Der aktuelle Prozess: der Corona-Virus und die 6 Phasen

Der aktuelle Prozess: der Corona-Virus und die 6 Phasen

Wir befinden uns in einem weltweiten Trauerprozess. Ja, ich glaube, dass unter den meisten Emotionen, die wir wahrnehmen Trauer liegt. Denn wir betrauern das, was wir kannten. Die Idee von Normalität. Die vermeintliche Sicherheit. Und dies Zeit sich in anderen Emotionen, die an der Oberfläche ausbrechen.

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Elisabeth Kübler-Ross hat die 6 Phasen eines Trauerprozesses beschrieben, der übrigens ganz wunderbar aufzeigt, was wir in den einzelnen Momenten tun und wie wir handeln.

  1. Nicht-wahrhaben-Wollen und Isolierung. „Das ist bestimmt ein Irrtum.“ / „So schlimm ist das nicht.“
  2. Zorn auf die, die gesund sind, denen es besser geht, das Gefühl von fehlender Fairness
  3. Verhandeln: „Wenn ich dies oder das ändere, ist es dann schneller vorbei oder werde ich dann nicht krank?“
  4. Depression: Akzeptanz der unausweichlichen Situation. Dinge, die man getan hat oder nicht getan hat, bereuen.
  5. Akzeptanz. Die Situation annehmen, in Frieden kommen.
  6. Bedeutung: Einen Sinn in all dem erkennen

Das Interessante an der aktuellen Situation ist, dass wir eben nicht nur als Individuum, sondern als Kollektiv durch sie gehen. Wir können also das Durchlaufen der Phasen auf verschiedenen Ebenen in verschiedenen Tempi beobachten. Was es noch relevanter macht, zu erkennen, wo wir uns befinden, wo sich unser Gegenüber befindet und wo das Kollektiv ist.

Wir durchlaufen diese Phasen nicht linear – wir durchfahren sie eher wie ein betrunkener Autofahrer – kehren also wieder in eine vorherige Phase zurück, um dann wieder weiter zu gehen…

Und dennoch kommen wir am Ende alle in der letzten Phase an. Dann kann die neue Zeit beginnen.

Wir brauchen nicht mehr Technologie. Wir brauchen Zeremonie.

Wir brauchen nicht mehr Technologie. Wir brauchen Zeremonie.

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Wir leben in einer mittlerweile hochtechnologisierten Welt. Und auch wenn das vermeintliche Ende der Fahnenstange noch nicht erreicht ist, so ist Technologie doch ein fester Bestandteil unseres Lebens geworden. Vor allem das Internet und all die wunderbaren wundersamen Möglichkeiten, die es mittlerweile mit sich bringt, ist aus den Köpfen der meisten nicht mehr weg denkbar. Wir sind connected – jederzeit und überall. Wir sitzen vorm Rechner, scrollen am IPad oder haben das Handy in der Hand. Wir sind überall auf Abruf bereit und können auch jederzeit neuen Input bekommen und erfahren, was in der Welt los ist.

Wir werden gelockt mit dem besten Empfang und dem schnellsten Netz – überall, jederzeit, sekundenschnell.

Immer angebunden. Connected.

Das Versprechen dahinter ist fast das gleiche wie damals zur Erfindung der Waschmaschine: Weniger Arbeit, mehr freie Zeit. Was darauf wirklich geworden ist können uns tausende von Frauen erzählen – das Versprechen war hohl. Es gab nicht weniger zu tun – die Arbeit verlagerte sich nur. Und heute wir selbstverständlich von der Frau erwartet, dass sie die mittlerweile so selbstverständlichen „Helfer“ auch noch neben ihren anderen Tätigkeiten erledigt. Das Patriachat hat zurückgeschlagen. Aus vermeintlich weniger Arbeit wurde am Ende mehr. Die unentlohnte Arbeit von Frauen ist immer noch Milliarden wert – allerdings wird sie heutzutage neben einem Job erledigt und nicht anstatt dessen.

Wir haben uns die Zeit klauen lassen

Und so locken uns auch die Versprechen von „immer, jederzeit, überall“, wenn es um das Internet geht. Wir verpassen nichts mehr und bekommen sogar mit, wenn der Sack Reis in China umfällt, bevor er den Boden berührt – irgendjemand wir es schon streamen oder in den Stories teilen. Die Zeit, die uns damals als Freizeit versprochen wurde, wird uns wieder geklaut. Oder besser: wir haben sie uns mit den nächsten Versprechungen klauen lassen. Denn NichtsTun ist vor allem für die deutsche Seele unerträglich. Müßiggang ist schließlich aller Lasten Anfang. Und so haben wir uns bereitwillig verführen lassen. Unsere freie Zeit eingetauscht gegen vermeintliches Wissen und direkten Zugang zum aktuellen Zeitgeschehen. Doch was wirklich passiert ist, ist dass sich das Wissen als Informationen herausstellt, die so erstmal keinen Wert haben, wenn ich sie nicht interpretieren kann. Und der Zugang zum vermeintlichen Zeitgeschehen führt dazu, dass wir zwar überall sind, doch oft nicht da, wo wir gerade wirklich sind. So sind 2018 Kinder in Hamburg auf die Straße gegangen, um gegen den immensen Handykonsum ihrer Eltern zu protestieren. Denn das ist es, worum es geht. Konsum. Wir sind so darauf trainiert ewig zu konsumieren, dass wir manchmal gar nicht mehr wissen, was wir ohne den Konsum tun sollen.

Das Fiese an der ganzen Sache ist: insbesondere die sozialen Medien haben es geschafft uns die nächste Farce zu verkaufen, in dem sie so tun, als ob wir menschliche Beziehungen aufbauen und glücklich werden könnten. Dabei ist es fast so, als ob wir Honig wollen und Aspartam bekommen – ein chemisches Ersatzprodukt, welches uns vorgaukelt, etwas zu sein was es nicht ist, uns nicht wirklich befriedigt und unsere Gesundheit schädigen kann. Genauso verhält es sich mit den vermeintlichen Bindungen in der glänzenden Welt von Instagram und Facebook. Das Verteilen von Herzen soll uns Emotionen vorgaukeln – sogar das an sich so verkopfte Twitter ist darauf eingestiegen – das daraufhin ausgeschüttete Dopamin sorgt für eine schnellen Kick – wir fühlen uns wohl. Doch das, was wir eigentlich suchen haben wir nicht bekommen. Denn: wir suchen nach Verbindung, nicht nach Bestätigung. Bestätigung ist die Ersatzbefriedigung, die wir brauchen, solange wir nicht wirklich verbunden sind.

Wir alle wollen Verbindung. Connection.

Doch wir suchen eben an der falschen Stelle. Und vor allem in die falsche Richtung. Denn das, worum es eigentlich geht, ist uns über die Jahrtausende wunderbar abtrainiert worden. Solange wir uns auf Technologie fokussieren und versuchen dort zu finden, was wir suchen, werden wir immer innerlich leer bleiben. Denn die eigentliche Verbindung wurde in dem Moment gekappt, als der Mensch sich entschied sich über die Natur zu erheben. Wir suchen nach einer Verbindung im Außen, die wir nur im innen kultivieren können.

Zeremonie ist Verbindung ohne Drosselung der Download-Geschwindigkeit

Zeremonie ist die Praxis, die uns hilft in die Verbindung zu gehen, die wir alle so schmerzlich vermissen. Sie ist die Einladung daran uns wieder zu erinnern, wer wir sind. Nicht ohne Grund schielen hochtechnologisierte und satt konsumierte Westler auf die Stämme im Amazonas oder sehen sich nach den Trommeln der Ureinwohner Nordamerikas. Zeremonie ist die Standleitung zu innerem Frieden. Und ja, auch dort können wir uns jederzeit und überall anbinden – ohne Drosselung der Download Geschwindigkeit.

Die Magie der Zeremonie liegt darin, dass sie uns eben nicht nur mit der Welt, sondern vor allem mit uns selber verbindet. Mit dem, was wir als Seele bezeichnen. Denn die Leere, welche wir seit so langer Zeit versuchen mit Dingen zu füllen, erfüllt sich von ganz alleine, wenn wir uns wieder an das Große Ganze anbinden. Das so gerne beschworene Gefühl von „Nicht genug sein“, welches meiner Meinung nach nur ein Symptom von nicht angebunden sein ist, transformiert sich in Präsenz, wenn wir in Zeremonie gehen. Die sich epidemisch ausbreitende Einsamkeit verschwindet im All-ein sein, indem wir erkennen, dass wir nie alleine waren, sondern umgeben sind von so vielem, was wir einfach nur aus dem Blick verloren haben.

Zeremonien sind heilige Momente, die uns seit Urzeiten zusammenbringen. Und es ist an uns diese heiligen Momente wieder ins Hier und Jetzt zu bringen. Beginnen können wir dabei im Kleinen. Indem wir jede unserer Handlungen mit Intention durchführen. Indem wir bewusst in wichtigen Momenten präsent sind. Indem wir es uns wieder erlauben uns mit dem Ruf unserer Seele zu verbinden. Indem wir uns wieder mit dem, was dort in uns schlummert, verbinden. Ind em wir Schnelligkeit gegen Heiligkeit tauschen.

Aufhören die Leere mit Konsum zu füllen

Wenn wir uns daran erinnern, dass die Erde kein zu beherrschender Planet ist, sondern ein lebender Organismus, dann können wir auch unsere Lebendigkeit wieder spüren, als Teil dieses Organismus. Zeremonien laden uns seit Urzeiten dazu ein uns zu verbinden. Sie weben das wahre Internet – das Netz, welches genährt wird durch die Gesänge, Geschichten und Gebete derjenigen, die vor uns kamen und derjenigen, die nach uns kommen werden. Sobald wir uns mit diesem Netz verbinden sind wir wieder wirklich connected. Das, was uns an den Menschen fasziniert, die noch in ihren ursprünglicheren Gesellschaftsformen leben ist die Tatsache, dass die Leere, welche wir mit niemals endendem Konsum zu füllen versuchen, nicht existiert. Dass dort weniger mehr ist. Dass ich dort nicht soviel wie möglich nehmen muss, in dem Versuch glücklich zu sein, sondern so viel, wie ich gerade brauche mich absolut zufrieden macht.

Glück ist zu Frieden wie Aspartam zu Honig

Jedes Mal, wenn die Frauen, mit denen ich arbeite, beginnen sich in Zeremonie zu verbinden und eine Praxis zu kultivieren, passiert das Gleiche: es kehrt Ruhe ein. Der Drang nach Konsum geht zurück. Die Präsenz nimmt zu. Frieden findet sich. Die Jagd nach dem Glück hört auf. Denn Glück ist wie das Aspartam zu Frieden. Es ist nicht das, was wir wirklich suchen. Zeremonien helfen unserer Seele sich zu verorten. Sie geben uns ein Zuhause in uns selbst. Ganz ohne Google Maps. Unsere Seele erinnert sich und schöpft Kraft aus diesen Zusammenkünften und gemeinsamen Momenten.

Zeremonien sind Google Maps für die Seele

Ob es der Geburtstagskuchen ist, welcher seinen Ursprung im Mutterkuchen hat, oder das Osterfeuer, welches uns mit den Frühlingsfeierlichkeiten unserer Vorfahren verbindet – diese uralte Erinnerung, die durch unsere DNA fließt, ist der Grund, warum wir an Traditionen festhalten, auch wenn wir manchmal gar nicht so genau wissen warum.

Bienen retten, anstatt Bienen bauen

Wir brauchen nicht mehr Technologie, wir brauchen mehr Zeremonie. Diese Momente, in denen wir uns dem Hier und Jetzt voll und ganz hingeben. In denen wir unser Herz und unsere Seele öffnen. Und in denen wir empfangen können, was wir wirklich suchen. Frieden und Heimat. Das, was wir in „mainstream-Europe“ seit langem verloren haben. Es ist an der Zeit, dass wir aufhören über den großen Teich auf die Stämme und Nationen zu schielen, die ihre indigenen Traditionen gepflegt haben und uns daran zu erinnern, dass wir ebenfalls indigen sind. Jede von uns ist Kind des Landes, auf dem sie geboren ist, Hüterin des Landes, auf dem sie wandelt. Und wenn wir uns drauf einlassen, dann können wir sogar noch die fernen Trommelschläge unserer Ahnen hören, während wir im Wald die Augen schließen und die Seele öffnen.

Wenn wir uns so verbinden, dann werden wir auch so viel leichter die Probleme angehen können, die uns aktuell beschäftigen. Wir werden Lebensraum für Bienen in Hannover schaffen, anstatt künstliche Bienen in Harvard zu bauen. Wir werden nachhaltig produzierte Kleidung kaufen und lange tragen, anstatt immer wieder kurzfristig zu konsumieren und zu vernichten. Wir werden wieder miteinander in Beziehung gehen und sein, anstatt den ewig nächsten Kontakt oder Follower zu suchen.

Wir brauchen nicht mehr Technologie, Wir brauchen mehr Zeremonie. Denn auch wenn einige es sich anders wünschen würden: wir brauchen die Natur, sie braucht uns nicht. Wir brauchen Mutter Erde, sie braucht uns nicht. Wir brauchen die tiefe Verbindung und Erinnerung an diesen Organismus – denn durch ihn leben wir und nur mit ihm überleben wir. Nicht andersrum. Und es ist Zeit, dass wir uns daran erinnern.

Und Nu?

Wenn du dich fragst: und was kann ich jetzt tun? Hier kommen 3 Tipps.

  • Über dich in Präsenz. Sei da wo du bist. Mit wem du bist. In dem Moment. Voll und ganz. Handy weg. Nicht alles muss geteilt werden.
  • Verbringe Zeit in der Natur. Mit all deinen Fasern. Spüre die Elemente, Kälte, Wärme. Öffne dein Herz und deine Seele. Empfange. Umarme einen Baum – nicht kurz, sondern mindestens 5 Minuten. Spüre was passiert.
  • Finde eine spirituelle Praxis, die verbunden ist mit den Rhythmen, deinen und denen von Natur und Kosmos. Es geht um Verkörperung, nicht Erleuchtung. Jahreskreisfeste und Mondzyklen können ein guter Start sein. Bewusstes zubereiten regionaler Zutaten beim Essen ein erster Schritt.
  • Und: gönn dir bewusste Oxytocin-Duschen, um deine Dopaminabhängigkeit zu reduzieren. Umarmungen, Körperkontakt, Händchen halten, Ölmassagen – all das, wo unsere Haut die Haut von jemandem anderes berührt ist erlaubt. Lange und intensiv. Weg vom Rush, rein in die Ruhe.

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Raunächte: worum es wirklich geht

Raunächte: worum es wirklich geht

Ich freue mich immer sehr, wenn Menschen sich mit den alten Bräuchen und Traditionen verbinden und diese in den heutigen Alltag einbinden. Jedoch habe ich festgestellt, das gerade im Bezug auf die Raunächte ein regelrechter Hype entstanden ist, der den eigentlichen Sinn dieser Zeit fast schon konterkariert. Deswegen möchte ich dich vorweg an dieser Stelle beruhigen: selbst wenn du noch nichts vorbereitet hast, bist du vorbereitet für die Raunächte. Und: ich möchte dir einen alternativen Rhythmus zu dem allgemein kollektiv vorgegebenen vorstellen. Einen durch und durch femininen….

Die Zeit nach der Wintersonnenwende gehört den Raunächten: 12 Nächte voller Magie, denen nachgesagt wird, dass sie als Orakel für das neue Jahr dienen können. Sie markieren die Zeiten zwischen den Jahren, die 11 Tage, die sich das Sonnenjahr vom Mondjahr unterscheidet. Diese magische Zeit ist voller Legenden, Märchen und Mythen. Noch heute begegnen uns alte Rituale wie Bleigießen, Räuchern oder Sternensingen.

Vom Mond zur Sonne

Ursprünglich wurde ein Jahr in Mondzyklen gezählt. Mit dem Beginn des Ackerbaus begannen die Menschen sich weg von dem lunaren Kalender hin zum solaren Kalender zu orientieren. Dadurch entstand „die Zeit zwischen den Jahren“, denn das Sonnenjahr endete nach dem Mondjahr. Heutzutage lädt uns dieser Zwischenraum ein im wahrsten Sinne des Wortes eine Atempause zu machen.

Die Zwölf Raunächte dienen eigentlich in erster Linie der „Einschiebung“ zwischen dem Mondjahr und dem Sonnenjahr. Ein Mondjahr mit seinen zwölf ca. 28-tägigen Mondzyklen besteht aus 354 Tagen. Bis zu den 365 Tagen des Sonnenjahres fehlen demnach elf Tage und zwölf Nächte. Dieser zu keinem der beiden Jahre gehörende Zeitraum „zwischen den Jahren“ ist von jeher als besonders magische und mystische Zeit angesehen worden.

Wie die Jahre sich verschoben

Eigentlich aber ist die Nacht vom 21. auf den 22. Dezember, die Nacht der Wintersonnenwende, die erste Nacht dieser zwölf magischen Nächte. Die Verschiebung des Datums liegt an der Einführung des Gregorianischen Kalenders. Bis zu seiner Einführung war die Nacht vom 24./25.Tag des „Julmondes (Dezember)“ die Nacht der Wintersonnenwende. Durch die Angleichung des Kalenders an das Sonnenjahr „verschob“ sich das kalendarische Datum der Wintersonnenwende auf den 21. Dezember.

Die Kirche hat im Jahr 273 die Geburt Jesus – dem Licht Gottes – bewusst ganz nah an die keltische Wintersonnenwende gelegt, dem Tag, an dem das Licht zurückkehrt. So wurde den keltischen Bräuchen eine neue Bedeutung gegeben, um es den Menschen einfacher zu machen sich anzupassen, aber gleichzeitig damit auch ihre ursprüngliche Verbindung zu verlieren.

Die zwölf Nächte

Jede dieser zwölf heiligen Nächte steht für einen Monat des kommenden Jahres. Eine Rauhnacht wird immer von Mitternacht bis Mitternacht gerechnet.

25. Dezember: Januar. Thema: Basis / Grundlage
26. Dezember: Februar. Thema: Höheres Selbst / Innere Führung

27. Dezember: März. Thema: Lasse Wunder in deinem Leben zu / Herzöffnung

28. Dezember: April. Thema: Tag der Auflösung

29. Dezember: Mai. Thema: Tag der Freundschaft

30. Dezember: Juni. Thema: Bereinigung

31. Dezember: Juli. Thema: Vorbereitung auf das Kommende

01. Januar: August. Thema: Geburt des neuen Jahres

02. Januar: September. Thema: Gold / Segenslicht

03. Januar: Oktober. Thema: Visionen und Eingebungen / Verbindung mit dem Göttlichen

04. Januar: November. Thema: Loslassen / Abschied nehmen / Beschäftigung mit dem Tod

05. Januar: Dezember. Thema: Räuchern und Bereinigen.

06. Januar: Abschluss der Rauhnächte

Der feminine Raunachtsrhythmus

Ich selber habe für mich mittlerweile einen anderen als den kollektiven Rhythmus gefunden. Ich starte heute Nacht, in der Nacht nach der Wintersonnenwende und gehe für 13 Nächte, die ich mit den 13 Monden verbinde. Schließen tue ich in Reflexion dann am Hohen Frauentag (05.01.) zu Ehren von Wilbeth, Ambeth und Borbeth. Diese drei bilden als Bethen die göttliche Triade als Erd-, Mond- und Sonnenmutter und haben ihren Ursprung in der keltischen Mythologie.

Das „beth“ in den Namen dieser 3 Göttinen weißt auf die Erde auf der wir uns ursprünglich betteten hin, damals gab es noch keine gemütlichen Matratzen. Beten bedeutete sinngemäß die Göttin anrufen. Wenn wir schliefen, legten wir uns auf ihren Schoß. Die Kelten ließen sich auch noch in Embryohaltung begraben, denn sie kehrten ind en Schoß der Mutter zurück. Im keltischen bedeutet „bet“ soviel wie ewig und damit sind Wlibeth, Ambeth und Borbeth der Inbegriff des immerwährenden, ewigen, unbesiegbaren Lebens – Erde, Mond und Sonne. Wenn du also den Impuls verspürst diesem Rhythmus zu folgen – herzlich willkommen!

Raunachts-Rituale

Auch für den Fall, dass du dtotal unvorbereitet in die Raunächte gehst, kannst du die folgenden Rituale und Zeremonien für dich durchführen.

13 Wünsche für die neuen Monde

Ein „Klassiker“ unter den Raunachts-Ritualen sind die 13 Wünsche für die neuen Monde

Material: …ein ruhiger Ort, kleine Feuerschale, Stift und 13 kleine Zettel

Ablauf: Schreibe dir vor den Raunächten (z.B. zur Wintersonnenwende am 21. Dezember) 13 Wünsche auf einzelne kleine Zettel.

„Was ist dir wichtig?“
„Was liegt dir am Herzen?“
„Was würde für dich das kommende Jahr vollkommen machen?“

Dies können konkrete Dinge, aber auch Gefühle oder Zustände sein. Falte dann alle 13 Zettel gleich und lege sie in eine schöne Schachtel.

In jeder der Raunächte verbrennst du einen Zettel in einer feuerfesten Schale…und übergibst den Wunsch an eine höhere Macht ohne ihn vorher nochmal gelesen zu haben. Schau zu, wie das Papier in Rauch aufgeht. Bleibe ganz still und schau, was sich in deinem Herzen bewegt. Danke zum Abschluss für die Transformation deines Wunsches.

Dieses Ritual machst du an allen 12 Raunächten. Am 6. Januar nimmst du feierlich den letzten Zettel aus deiner Schachtel. Du entfaltest das Papier und liest den Wunsch, um den du dich im anbrechenden Jahr selbst kümmern darfst, wenn er in Erfüllung gehen soll….es ist ein wunderschönes kraftvolles Ritual.

Der Blick in die Zukunft

Neben den Wünschen kannst du auch einen Blick in die Zukunft werfen.

Material: Tarot- oder Orakelkarten

Ablauf: Jede Raunacht steht in Verbindung mit einem der kommenden Monde bzw. Monate. Für die jeweilige Zeit kannst du eine Karte für die Qualität dieser Zeit ziehen.

Vorgehen: Setze eine klare Intention. Bitte deine Spirits und Ahnen um Unterstützung. Entzünde etwas Rauchwerk.

In jeder der Raunächte ziehst du eine Karte. Sitze mit ihr und tauche in die Energie der Karte. Bewerte sie nicht, sondern spüre einfach hinein, welche Botschaft sich zeigt. Du kannst sie im Anschluss wieder in den Stapel geben oder nach und nach nebeneinander anordnen. Bedanke dich in Anschluss für die Botschaft.

Der Fokus der Raunächte ist das Einkehren, das Nichts-Tun und das Sein. Wir bereiten uns auf das Kommende vor und ruhen. Und deswegen braucht es auch gar nicht viel Brimborium, sondern einfach eine klare Intention.

Die ursprüngliche Energie wieder beleben

Ursprünglich war die Zeit der Wintersonnenwende eine der Hoffnung. Die Rückkehr des Lichts zeigte, dass der neue Zyklus begonnen hatte, auch wenn die harten, langen und kalten Wintermonate noch bevorstanden. Dies wurde gefeiert und in den folgenden Tagen waren die Menschen beisammen am Feuer, hielten Rückschau und Ausschau. Märchen, Legenden, Geschichten und Erlebnisse wurden am Feuer miteinander geteilt und an die Kinder weitergegeben.

So kannst auch du in dieser ursprünglichen Energie einkehren. Dir Zeit nehmen, Geschichten erzählen oder tolle Bücher lesen, Zeit mit deinen Lieben verbringen oder auch einfach mit dir Selbst und mit den oben stehenden Ritualen deine eigenen Zeremonien gestalten.

Ich wünsche dir eine besinnliche Zeit. Und denke daran: weniger ist manchmal mehr. Denn bei den Raunächten geht es nicht ums tun, sondern ums sein. Das, was wir in all dem Hype und zwischen den Listen von Dingen, die wir angeblich noch besorgen müssen, oftmals vergessen.

Frauen müssen. Warum jeder Verhaltensratschlag in Wirklichkeit Gasbeleuchtung ist

Diese Woche hat es mich persönlich mehrfach erwischt – ich habe selber Ratschläge bekommen darüber, wie ich zu sein hätte oder wie ich mich besser ausdrücken sollte. Ich habe von Freundinnen gehört, wie ihnen gesagt wurde, wie sie sich verhalten sollten. Und: vor allem wie wir uns als Frauen zu verhalten haben.

Grundsätzlich bin ich es als Frau ja schon gewöhnt, dass an mir, meinem Auftreten, meinem Körper, meiner Kleidung, meiner Meinung, meinem Lachen, meiner Sprache und so vielem mehr herumkommentiert wird. Was mich diese Woche allerdings sprachlos gemacht hat – nur kurzzeitig, da ich tief Luft holen musste – war die Tatsache, dass es darum ging, wie wir uns als Frauen im Allgemeinen zu verhalten hätten. Und zwar von Frauen.

 

Time´s up

Zu lange wurde uns gesagt wir sollten weicher, sanfter, anschmiegsamer, folgsamer, freundlicher, verständnisvoller, zugänglicher, aufmerksamer und gefügsamer sein, um den Männern das Leben zu erleichtern.

In den letzten Tagen sind mir wieder vermehrt Aussagen wie: „Wir Frauen müssen weicher werden.“ „Als Frauen ist es total wichtig auch den Männern den Raum zu geben.“ „Wir müssen als Frauen auch die Männer mitnehmen.“ „Vielleicht solltest du dich weniger auf Frauen fokussieren, sondern auch an die Männer denken.“ „Total viele Männer sind durch die aktuellen Ereignisse voll verunsichert. Das musst du auch berücksichtigen.“ begegnet. Wenn du jetzt auch tief Luft holst – willkommen Schwester!

Wenn du dich fragst, warum ich emotional aufgerührt bin, dann möchte ich es dir gerne erklären. Aktuell beobachten wir eine neue Bewegung der Frauen. Frauen trauen sich lauter zu werden, trauen sich mit dem Finger auf Unrecht zu zeigen, trauen sich die Verbrechen, die ihnen widerfahren sind öffentlich zu äußern. Frauen beginnen wieder für Frauen einzustehen und sich in einer Art und Weise solidarisch zu zeigen, wie wir es in dem Ausmaß lange nicht erlebt haben. Schaut man in die USA, so hat Trump alleine durch sein Sein eine riesige Bewegung losgetreten, vor der es sogar dem ehemaligen Trump-Vertrauten und Chefeinflüsterer Steve Bannon Angst und Bange wird.

 

Lebenswelten und ihre Grenzen

Auf einmal werde Dinge benannt, die jahrelang hinter verschlossenen Bürotüren stattgefunden haben, was nicht heißt, dass sie nicht existierten nur weil wir sie nicht sahen. Wir teilen Erfahrungen, die für viele Männer unvorstellbar sind, was nicht bedeutet, dass sie nicht passierten, nur weil sie bar jeglicher Vorstellung in einen anderen Lebenswelt sind. Frauen berichten von ihrem Alltag, welcher so signifikant anders ist als der von – vor allem weißen – Männern. Was nicht bedeutet, dass diese Momente Ausnahmen sind, nur weil sie Anderen eben nie widerfahren.

Wenn ich als Frau in einer Zeit wie dieser wieder lauter werde, konsequenter in meinen Forderungen auftrete – die zumeist ja wirklich nur die gleiche Behandlung, Gleichberechtigung und Gleichstellung aller Geschlechter (ja, es gibt mehr als eines) und Bevölkerungsgruppen – und mich lautstark und aus tiefem Herzen mit Frauen solidarisiere mit denen ich auf den ersten Blick nichts gemeinsam habe, dann ist das eine logische Schlussfolgerung aus all den Dingen, die sich in den letzten Jahren und Jahrhunderten ereignet haben. Und ja, es ist eine Ansage an das Patriarchat, welches als System von Männern für Männer erschaffen wurde und keinerlei Interesse an einem wahrlich gleich verteilten Zugang zur Macht hat.

Wenn mir dann jemand sagt, ich müsste sanfter oder weicher sein, denn soviel Männer seien aktuell verunsichert und wissen nicht mehr wie sie sich verhalten sollen, dann bleibt mir kurz die Luft weg. Wenn ich zu hören bekomme, ich muss jetzt mal zurücktreten und den Männern mehr Raum geben, denn sie tragen auch total viel Schmerz in sich, dann bin ich wirklich sprachlos. Wenn Menschen und Männer den Anspruch stellen meine Arbeit eindringen zu können und die Ausschließlichkeit von Frauen in Gruppenformaten in Frage zu stellen, denn Männer brauchten doch auch einen Raum, dann frage ich mich manchmal wirklich: was ist hier eigentlich los?!?!

 

Das Gas anzünden

Denn: Sobald wir einer Frau einen „wohlgemeinten“ Verhaltensratschlag geben, der sich auf die Tatsache bezieht, dass sie angeblich zu laut, zu einnehmen und vor allem rücksichtslos gegenüber Männern ist, betreiben wir aktives „Gaslighting“ – wir beleuchten das Gas im wahrsten Sinne des Wortes.

Als Gaslighting wird in der Psychologie eine spezifische Art von psychischer Gewalt bzw. Missbrauch bezeichnet, mit der die Opfer gezielt desorientiert, manipuliert und zutiefst verunsichert werden und damit ihr Realitäts- und Selbstbewusstsein Schritt für Schritt deformiert bzw. zerstört wird. Seit den 1960er Jahren wird Gaslighting als Begriff auch verwendet, um die Bemühungen zu beschreiben, jemandes Wahrnehmung der Realität zu manipulieren.

Was bei all den oben genannten Beispielen geschieht ist eine bewusste Verschiebung der Realität. Frauen werden gezielt verunsichert und somit aus ihrer Kraft und Stärke geholt. Indem wir den Fokus auf einmal auf die Männer richten – und so ganz nebenbei, Trumps Strategie ist exakt die gleiche – verschieben wir die Realität. Wir tun so, als ob das was Frauen an Diskriminierung, Sexismus und Benachteiligung erfahren nicht so schlimm ist, wir holen die Gruppe in den Vordergrund, die faktisch in der Powerposition ist und stellen sie als Opfer dar.

Das gefährliche daran ist, dass wir damit Realitäten nicht nur verschieben, sondern die Emotionen und die Erlebnisse der Frauen, die sich äußern anzweifeln und in Frage stellen. Wir negieren die Aussagen – eine Praxis, die zwischen 1450 und 1750 dafür gesorgt hat, dass Millionen von Frauen ermordet und verbrannt wurden.

 

Wenn Frauen das Feuer anzünden

Bevor der Shitstrom losgeht: ich sehe durchaus, dass auch Männer nicht glücklich mit der aktuellen Situation sind. Ich kann den Schmerz vieler Männer spüren, durch meine Arbeit sind mir persönliche und intergenerationale Traumata von Männern durchaus bekannt – Überraschung! Ich arbeite im 1:1 immer wieder mit Männern und das auch sehr gerne – und ja, ich verstehe auch, dass wir am Ende nur gemeinsam diese Gesellschaft verändern können.

Doch: wenn wir noch nicht einmal im 21. Jahrhundert Frauen einen Raum geben können, um ihre Erlebnisse und Wahrnehmungen zu teilen und für Gleichberechtigung einzustehen, dann können wir nicht wirklich gemeinsam gehen. Wenn Männer meinen sie sind verunsichert wie sie sich verhalten sollen bei all dem #metoo – dann kann ich nur sagen, dass jemand der darüber nachdenken muss wahrscheinlich Grund dazu hat. Wenn wir auf Frauenveranstaltungen es noch nicht mal eine Stunde schaffen nicht über Männer zu reden dann haben wir ein Problem.

Und was mich am tiefsten trifft ist die Tatsache, dass es Frauen sind, die andere Frauen gaslighten. Dass wir anscheinend immer noch so sehr in dem alten Muster verfangen sind, dass wir lieber brav und lieb sind, als laut und unbequem. Dass sie Solidarität mit denjenigen die die Macht haben sich sicherer anfühlt, als bei denjenigen zu stehen, die die Wahrheit sprechen.

 

Epigenetik statt Feenstaub

Ein Teil meiner Arbeit ist es, genau dorthin zu schauen. Nicht mehr an den Symptomen zu drehen, sondern die Wurzeln zu sehen. Und der Epigenetik durch die Generationen hinweg in die Vergangenheit zu folgen, wo Traumata unserer Ahninnen sitzen, welche sich noch in unseren Zellen befinden. Welche besagen, dass wir lieber still sind als stark und dass lauter werden lebensbedrohlich ist. Dass Männer der Mittelpunkt der Welt sind und Frauen schauen müssen, wie sie überleben. Dass Mein Körper nicht mir gehört, sondern meinem Ehemann. Dass es erstrebenswert ist einen Mann zu haben, ihn zu halten und ihm zu gefallen und damit jede andere Frau eine potentielle Konkurrenz für mich ist.

Ist es unbequem dorthin zu gehen? Wahrscheinlich. Ist es unsexy sich mit der Vergangenheit auseinanderzusetzen. Wahrscheinlich. Ist es blöd zu erkennen, dass man auch Täter ist? Ziemlich sicher. Doch es ist der einzige Weg, um wirklich zu verstehen, warum wir uns immer wieder in der gleichen Spirale befinden. Es ist ein Weg der mit Sicherheit nicht voller Happy Moments, higher self highs und Feenstaub (und ich liebe Feen) ist – und dennoch ist es der Weg, der uns am Ende alle befreien kann.

Denn: wenn wir Frauen es nicht schaffen zu erkennen, dass wir zusammenstehen sollten, warum sollte sich dann etwas ändern. Und wenn ich schon nicht vorne mit marschiere, was ok ist, dann sollte ich denjenigen die gehen keine Stöcke zwischen die Beine werfen. Und wenn eine Frau von ihren Erlebnissen aus ihrer Lebenswelt berichtet sollte ich den Schweinwerfer nicht auf eine andere deutlich privilegiertere Gruppe werfen und sie damit gaslighten.

Ich stehe hinter jeder Frau, die laut und mutig ist, die sich für andere Frauen und deren Rechte einsetzt, auch wenn ich nicht genau ihrer Meinung bin. Denn: Solidarität bedeutet nicht, dass ich genau so denken muss. Sondern dass ich ihr den Raum halte, während sie ihren mutigen Weg geht.

Es ist an der Zeit, dass wir aufhören anderen Frauen ungefragt Verhaltensvorschläge zu machen. Es ist an der Zeit, dass wir aufhören andere Frauen zu kleiner, weniger und leiser aufzufordern. Es ist an der Zeit zu erkennen, dass wir gemeinsam wirklich diese Welt verändern können.

Und wer das nicht will sollte sich ernsthaft fragen warum.

 

 

 

 

 

Photo by Sam Moghadam on Unsplash

 

Weibliche Lust ab 40: sexy, wild und sinnlich! Warum es uns so schwer fällt.

Weibliche Lust ab 40: sexy, wild und sinnlich! Warum es uns so schwer fällt.

Die Geschichte der weiblichen Sinnlichkeit und Sexualität und weibliche Lust an sich, ist eine in der sich über Jahrhunderte die Männer die Deutungshoheit gesichert haben. Umso wichtiger ist es, dass wir wieder anfangen uns diesen so essentiellen Bereich unseres Seins und unserer Power wieder zurück zu erobern.

Ein paar Fakten, bevor wir zur Sinnlichkeit kommen….

Zwischen 1450 bis 1750 – also über gute drei Jahrhunderte wurden Millionen von Frauen als Hexen gefoltert, ermordet, verbrannt. Die Kirche tat alles um weibliches Wissen, weibliche Weisheit und vor allem auch weibliche Sinnlichkeit zu vernichten. Denn Frauen in ihrer sexuellen Kraft und tief verbunden mit der Erde waren schwer beherrschbar. In dieser Zeit entstand auch das Bild vom Sex mit dem Teufel zu haben, welches aus der Kraft der weiblichen Lust zur Menstruation hervorging.

Der Teufel lässt sich in dem Fall über das Bild der Gebärmutter mit den Eierstöcken ableiten. Denn während der Menstruation konnte eine Frau Sex ohne Angst vor Schwangerschaft haben, sie war frei und unbeherrschbar und ihre Gebärmutter war mystisch.

Ende des 19. Jahrhunderts wurden Frauen aufgrund von Hysterie noch in Anstalten geschickt oder ihnen wurde die Gebärmutter entnommen um sie ruhig zu stellen – und zwar gegen ihren Willen. Hysterie äußert sich dabei in nervösen Zuständen, Reizbarkeit und auch in ungewöhnlich starker Sekretion im Bereich der Vulva. Heute wissen wir, dass die Frauen einfach nur wirklich guten Sex und einen Orgasmus gebraucht hätten. Damals bedeutete Sex allerdings ausschließlich Penetration – und damit oftmals die Befriedigung für Männer.

Von Hysterie zu vorgetäuschter Hingabe

Eheliche Zuneigung und 1966 formulierten die ausschließlich männlichen Richter des 4. Zivilsenats am Bundesgerichtshof, welche Erwartungen die Justiz an Frauen hat. „Die Frau genügt ihren ehelichen Pflichten nicht schon damit, dass sie die Beiwohnung teilnahmslos geschehen lässt. Wenn es ihr infolge ihrer Veranlagung oder aus anderen Gründen, zu denen die Unwissenheit der Eheleute gehören kann, versagt bleibt, im ehelichen Verkehr Befriedigung zu finden, so fordert die Ehe von ihr doch eine Gewährung in ehelicher Zuneigung und Opferbereitschaft und verbietet es, Gleichgültigkeit oder Widerwillen zur Schau zu tragen.“

Erst 1997 tritt das Gesetz, welches Vergewaltigungen in der Ehe zur Straftat machte, in Kraft. Und wer denkt es sei einstimmig von Bundestag angenommen worden, der irrt: es waren 470 zu 138 Stimmen und 35 Enthaltungen.

Willkommen im 21. Jahrhundert. Es ist kein Wunder, dass wir uns immer noch den Weg zu einer wirklich freien weiblichen Sexualität bahnen. Denn schauen wir nur ein wenig zurück, dass ist es verständlich, warum so viele von uns kein entspanntes Verhältnis zu Lust und Sex haben. Es war lange lebensgefährlich.

Die Epigenetik hat auch mittlerweile nachgewiesen, dass wir die Traumata unserer Ahninnen über mehrere Generationen im Körper weitertragen. Wenn es also um weibliche Lust geht, dass geht es oftmals nicht einfach so auf Knopf – bzw. Klitorisdruck, sondern wir dürfen uns erlauben etwas tiefer zu schauen.

Wie Glauben über Glück entscheidet

Gerade bei der Lust um 40 ist ein weiteres Phänomen zu beobachten. Im christlichen Glauben – welcher uns seit Ende des 8. Jahrhundert durch Karl den Großen aufgezwungen wurde – wird von der heiligen Dreifaltigkeit ausgegangen. Diese wurde für Frauen – die ja grundsätzlich auch nicht göttlich sein können und vor allem zuständig sind für die Vertreibung aus dem Paradies, was auch auf ihre sexuelle Lust zurückzuführen ist – übersetzt in die Lebensphasen von Mädchen, Mutter und weise Alte (Maiden, Mother, Crone). Was bedeutet, dass ich nach der Mutterschaft direkt zur weisen Alten werde. Da ist nicht viel mit Lust und orgastischen Freudenschreien.

Die Krux, bzw. das Kruzifix, dabei ist: auch hier sind wir bewusst in die Irre geführt worden. Denn weder die Mondin, noch die Erde haben 3 Phasen – es gibt 4 Mondphasen und 4 Jahreszeiten und vier Himmelsrichtungen. Warum sollte es also nicht auch vier Phasen im Leben einer Frau geben?

Die unbeherrschbare Frau

Und das ist der Moment, wo sich die Königin vorstellt, bzw. zwischen Mutter und weise Alte stellt. Sie ist diejenige, die voll und ganz in ihrer Präsenz ist. Sie hat die Phase der aktiven Kreation hinter sich gelassen und erntet nun. Die Phase der Königin ist in den Jahreszeiten die Phase der Ernte, wo wir die Ergebnisse der gepflanzten Samen einholen. Totale Fülle. Freude. Lust. Die Königin weiß was sie will, die entscheidet darüber was gut für sie ist – und damit geerntet wird – und was sie nicht will, wie die schlecht aufgegangene Saat oder überreife Früchte. Die Königin kennt ihre Bedürfnisse, sie hat all die Fähigkeiten und Fertigkeiten gesammelt und kann diese nun für sich einsetzen.

Und wenn sie durch das Tor der Menopause schreitet, wird sie wieder unbeherrschbar. In ihrer vollen Sinnlichkeit und Lust. Denn sie muss nicht mehr „fürchten“ schwanger zu werden. Sie ist machtvoll und kann ihre Sexualität ungehemmt leben. Sie wird zur wilden weisen Frau – wenn sie es sich erlaubt.

Die Menopause, alleine das Wort! -nennen wir sie die Wechseljahre sind deswegen bewusst soziokulturell so degradiert worden, da sie den Wechsel zu der unbeherrschbaren wilden Frau markieren, die mit all ihrem Wissen und all der Weisheit voll und ganz im Leben steht. Was in unserer immer noch stark patriarchal geprägten Gesellschaft nicht wirklich gewollt ist.

Das Erklimmen des Venushügel

Wenn wir also über Lust und Sinnlichkeit ab 40 reden dann kann es als Antwort nur ein JA auf dem Höhepunkt des Lebens geben. Es ist an der Zeit, dass wir uns als Frauen wieder voll und ganz selber entdecken. Uns daran erinnern dass sexuelle Energie kreative Energie ist mit der wir Welten bewegen können. Dass die Scham, die wir mit uns tragen eine ist, die nicht aus uns heraus kommt, sondern über uns geschüttet wurde.

Wenn wir das Schambein wieder zum Venushügel werden lassen und die Schamlippen zu Engelsflügeln werden, dann können wir wahrlich wieder in himmlische Gefilde aufsteigen und uns göttlich fühlen.

Denn das sind wir. Dann können wir uns an Lilith erinnern, die erste Frau im Paradies, die freiwillig ging, weil sie nicht immer unten liegen wollte und somit die erste sexuelle Revolution anzettelte. Dann können wir uns erlauben den göttlichen Funken wieder durch uns fließen zu lassen und selber aufzusteigen in ungeahnte Höhepunkte. Im Circle Feminine Freedom widmen wir uns genau diesem Thema – wir lösen die Scham, die sich wie eine Rüstung um uns gelegt hat und befreien die wilde weise Frau in uns.

Ein freudvolles JA

Weibliche Lust ab 40 ist eine Gefahr für unsere Gesellschaft. Denn sexuell befriedigte und sinnliche erfüllte Frauen kennen ihre Bedürfnisse und äußern sie. Und ja, die Revolution beginnt damit in den Schlafzimmern. Nicht nur für uns, sondern auch für all die Frauen, die nach uns kommen werden.

Wenn die Frage ist: Weibliche Lust ab 40: sexy, wild und sinnlich! Oder nicht? – dann kann die Antwort nur sein, dass wir uns freudvoll lächelnd in den Schoß fassen und uns daran erinnern, was für eine Kraft, Macht und Lust dort liegt. Und dass jeder Orgasmus einer Frau über 40 ein Schritt zur Befreiung aller Frauen ist.

Weibliche Lust ab 40 ist die Befreiung der ewig fruchtbaren und verfügbaren Eva. Es ist die Heilung der weisen wilden Frau in uns. Es ist das Erhören unserer Bedürfnisse. Es ist ein Gebet an die Göttlichkeit in uns. Es ist eine Shevolution.

Lasst uns heute damit beginnen.

Dieser Beitrag wurde inspiriert durch die Blogparade Weibliche Lust ab 40: sexy, sinnlich wild! Oder etwas nicht? welche auf Lemondays, dem Blog für Wechseljahre erscheint. Du willst mehr Inspiration? Dann schau bei Evelyn Schmitz vorbei, die Lust und ätherische Öle kombiniert. Oder bei Uta Osman, die als später Single nochmal richtig tief in die Sinnlichkeit eingetaucht ist.

Fokus im August

Und zack ist er da! Der Ernte-Monat August. Obwohl er eigentlich Augusta heißen müsste, bei all der femininen Energie, die sich in dem Monat sammelt. Mein Fokus für den Monat ist ganz klar: Ernte! Ganz traditionell ist Anfang August der Moment, in dem die Frauen den ersten Schnitt zur Ernte setzen. So wie sie traditionell auch die Saat in die Erde gebracht haben – denn Menstruationsblut ist ein mega Dünger! (Versuche es gerne mal mit deinen Blumen zuhause oder im Garten).
Zum Schnitterinnenfest gibt es den ersten Schnitt, jetzt werden die Kräuter gesammelt und die Ernte eingeholt.

Und wir entscheiden, was gut aufgegangen ist und was nicht wirklich reift oder Früchte trägt. Der August hat viel mit den Themen Klarheit, Fokus und Selbstverantwortung zu tun. Wir treffen nun die Entscheidung, wir entschließen, was wir als Basis mit in den Winter nehmen.

Wie ich ich den August für mich gestalte, verrate ich dir hier:

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Und vielleicht schaust du momentan auf dein Visions-Board vom Anfang des Jahres und stellst fest: einiges hat sich schon erfüllt, aber anderes ist irgendwie auf der Strecke geblieben. Vielleicht merkst du auch, dass einige Dinge nicht mehr so ganz stimmig sind? Du fragst dich, wie deine Intentionen sich eigentlich noch manifestieren sollen?

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